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Beste Reisezeit für Teneriffa: Wetter, Klima und Wassertemperaturen

Hand aufs Herz: Wenn Sie „Teneriffa Wetter“ googeln, lesen Sie überall vom „Ewigen Frühling“. Das klingt nett, ist marketingtechnisch brillant, aber es ist eben nur die halbe Wahrheit. Fragen Sie mal jemanden, der im Februar in La Laguna ohne Jacke aus dem Mietwagen gestiegen ist – der wird Ihnen was anderes erzählen als derjenige, der zeitgleich am Strand von Los Cristianos in der Sonne liegt.

Wir verkaufen hier Immobilien, vermitteln Yachten und buchen Ihren Urlaub. Wir kennen die Insel in- und auswendig, und genau deshalb gibt es hier keine weichgespülten Reisekatalog-Texte, sondern Fakten. Teneriffa ist wie ein Miniatur-Kontinent. Das Wetter ändert sich hier nicht nur mit der Jahreszeit, sondern vor allem mit jedem Kilometer, den Sie fahren.

Das Wichtigste zuerst: Norden vs. Süden (Der „Mauer“-Effekt)

Man kann über das Klima auf Teneriffa nicht sprechen, ohne diesen einen, gigantischen Faktor zu nennen: Den Teide. Dieser Vulkan ist eine massive Mauer in der Mitte der Insel. Die Passatwinde knallen von Nordosten gegen diese Felswand, die Wolken bleiben hängen und regnen sich ab. Das Ergebnis?

Im Norden (Puerto de la Cruz, La Orotava, Anaga) ist alles grün, üppig, fast dschungelartig – aber eben auch oft bewölkt. Die Einheimischen nennen das „Eselbauch“ (Panza de Burro), diese dicke Wolkendecke, die oft über dem Orotava-Tal hängt.

Der Süden (Costa Adeje, Playa de las Américas, Los Cristianos) liegt im Windschatten. Hier scheint die Sonne fast aggressiv, die Landschaft ist eher karg und wüstenähnlich. Wenn es im Norden regnet, können Sie im Süden oft keinen einzigen Fleck am Himmel sehen.

Wer also einen reinen Badeurlaub im Winter plant und sich in Puerto de la Cruz einquartiert, macht einen klassischen Anfängerfehler. Wer aber wandern will und grüne Natur liebt, wird den staubtrockenen Süden vielleicht als langweilig empfinden.

Wann ist denn nun wirklich die „beste“ Zeit?

Die Antwort hängt komplett davon ab, was Sie eigentlich vorhaben. Jeder Monat hat hier seinen eigenen Charakter. Lassen Sie uns das mal jenseits der üblichen Klimatabellen aufschlüsseln.

Der Winter (November bis März): Die Flucht vor dem Frost

Das ist paradoxerweise unsere Hauptsaison. Nicht weil es dann am heißesten ist, sondern weil der Rest Europas friert. Wenn Sie aus dem grauen Deutschland kommen, fühlen sich 22 Grad an wie das Paradies.

  • Rechnen Sie im Süden mit stabilen 20 bis 24 Grad tagsüber. Das reicht locker für T-Shirt und kurze Hose. Sobald die Sonne weg ist (gegen 18:30 Uhr), brauchen Sie aber einen Pulli. Ohne Jacke draußen sitzen wird frisch.
  • Im Norden ist es jetzt oft ungemütlich. Regenschauer sind häufig, und die Brandung ist wild. Beeindruckend anzusehen, aber zum Baden eher nichts für schwache Nerven.
  • Wandern ist jetzt fantastisch, aber in den Höhenlagen (Teide-Nationalpark) kann es frieren. Ja, es liegt manchmal Schnee auf dem Teide, während unten Leute baden. Das ist kein Fotomontage-Trick, das ist normaler Januar auf Teneriffa.

Der Frühling (April bis Juni): Die goldene Mitte

Meiner Meinung nach die unterschätzteste Zeit. Die Winterflüchtlinge reisen ab, die großen spanischen Sommerferien haben noch nicht begonnen. Die Insel blüht – besonders der Norden explodiert förmlich in Farben. Die Tajinaste blüht im Nationalpark (diese riesigen roten Pflanzen), das müssen Sie mal gesehen haben.

Die Temperaturen klettern in Richtung 25/26 Grad, aber die Nächte sind noch angenehm kühl, sodass man ohne Klimaanlage schlafen kann.

Der Sommer (Juli bis September): Jetzt wird’s voll

Hier ändert sich das Publikum. Viele Festlandspanier kommen rüber. Es wird heiß. Im Süden klettern wir oft über die 30-Grad-Marke. Der Asphalt flimmert. Wer Hitze liebt, ist hier richtig.

Der große Vorteil jetzt: Der Norden! Das Wetter in Puerto de la Cruz ist im Sommer oft perfekt. Die Passatwolken halten die brutale Hitze etwas ab, während man im Süden im eigenen Saft schmort. Wenn Sie im August kommen, schauen Sie sich den Norden an.

Der Herbst (Oktober): Der Geheimtipp für Wasserratten

Der Atlantik ist ein träges Biest. Er braucht lange, um warm zu werden, speichert die Wärme aber auch lange. Im September und Oktober ist das Wasser am wärmsten (bis zu 24 Grad). Das Wetter ist oft stabiler als im Frühling. Für mich persönlich ist der Oktober der beste Monat für einen Strandurlaub, wenn man Menschenmassen meiden will.

Harte Fakten: Klimatabelle Teneriffa Süd

Vergessen Sie Durchschnittswerte für die ganze Insel, die bringen nichts. Hier sind realistische Werte für den touristischen Süden (Los Cristianos/Costa Adeje):

Monat Tagestemp. (ca.) Wassertemp. Regentage Sonnenstunden
Januar 21°C 19°C 3-4 6
Februar 21°C 18°C 3 7
März 23°C 18°C 2 8
April 24°C 19°C 1 8
Mai 25°C 20°C 0 9
Juni 27°C 21°C 0 10
Juli 29°C 22°C 0 11
August 30°C+ 23°C 0 11
September 29°C 24°C 1 10
Oktober 27°C 24°C 2 9
November 24°C 22°C 3 7
Dezember 22°C 20°C 4-5 6

Das Phänomen „Calima“ – Wenn der Himmel gelb wird

Das müssen Sie wissen, sonst stehen Sie morgens auf und denken, die Welt geht unter. Mehrmals im Jahr weht ein heißer Ostwind direkt aus der Sahara herüber. Er bringt feinen Wüstensand mit.

Das ist keine nette Brise. Die Sichtweite sinkt manchmal auf wenige hundert Meter, die Luft ist trocken, staubig und heiß. Die Temperaturen können dann auch im Winter nachts plötzlich auf 30 Grad springen. Für Asthmatiker ist das kein Spaß. Wenn wir eine Calima-Warnung haben (oft im Voraus bekannt), lassen Sie die Fenster zu. Der rote Staub kriecht in jede Ritze – wir finden den noch Wochen später auf den Terrassenmöbeln.

Aber es hat auch was Faszinierendes: Das Licht ist fast schon apokalyptisch schön. Für Fotografen ein Traum, für Sonnenanbeter eher nervig, weil der Himmel milchig-grau-gelb ist.

Wassertemperaturen: Kann man wirklich immer baden?

Jein. Auf den Kanaren wird oft behauptet, man könne „ganzjährig baden“. Das stimmt technisch gesehen. Aber 18 oder 19 Grad im Februar sind nicht jedermanns Sache. Es ist erfrischend, klar. Aber es ist kein Badewannenwasser wie in Thailand.

Man gewöhnt sich dran. Wenn Sie im Winter kommen, sehen Sie Einheimische oft in dicken Neoprenanzügen surfen, während Touristen im Bikini ins Wasser rennen und versuchen, sich nichts anmerken zu lassen. Ein Shorty (kurzer Neoprenanzug) ist für Kinder im Winterurlaub keine schlechte Investition, wenn sie stundenlang plantschen wollen.

Wenn Sie allerdings auf Yachtcharter aus sind oder eine Bootstour planen: Auf dem offenen Meer fühlt sich der Wind im Winter deutlich kühler an. Nehmen Sie immer, wirklich immer, einen Windbreaker mit aufs Boot.

Spezial-Tipps für unterschiedliche Interessen

Wir haben über die Jahre gemerkt, dass „Wetter“ für jeden etwas anderes bedeutet. Hier kurz und bündig unsere Erfahrungswerte für spezifische Aktivitäten:

  • Surfer und Kiter finden im Winter die besten Wellen und den zuverlässigsten Wind in El Médano. Im Sommer ist der Passat zwar da, aber die Wellen sind oft flacher (gut für Anfänger).
  • Wer Immobilien kaufen will, kommt idealerweise im November oder Februar. Warum? Weil Sie dann sehen, wie das Haus oder Apartment funktioniert, wenn die Sonne mal nicht im Zenit steht. Ist es feucht? Zieht es? Im Hochsommer verkauft sich jede Hundehütte gut, weil alles hell und warm ist.
  • Sternengucker sollten den Sommer meiden, wenn die Calima öfter auftritt. Klare, kalte Winternächte oben im Teide-Nationalpark bieten den besten Blick auf die Milchstraße – es ist dort oben dann zwar unter 0 Grad, aber der Himmel ist unglaublich.

Fazit: Packen Sie clever

Egal wann Sie kommen, Teneriffa verlangt das Zwiebelprinzip. Ich habe schon Leute gesehen, die im August auf den Teide hochgefahren sind – in Flipflops und Tanktop – und oben bei 12 Grad und Wind fast erfroren sind, während unten am Strand 30 Grad herrschten.

Die UV-Strahlung hier ist tückisch. Durch den Wind merken Sie oft nicht, wie die Sonne brennt. Selbst bei Bewölkung haben wir hier UV-Index-Werte, die weit über dem liegen, was Sie aus Mitteleuropa kennen. Sonnencreme gehört hier zur Grundausstattung, auch wenn Sie nur wandern gehen.

Kurz gesagt: Wenn Sie absolute Sonnengarantie wollen, buchen Sie den Süden zwischen Juni und Oktober. Wenn Sie die Insel in ihrer vollen Schönheit erleben wollen und einen Regenschauer als Gelegenheit für ein gutes Glas Wein betrachten, kommen Sie im Frühling oder Spätherbst.

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